top of page
  • EL

BDSM - energetisch betrachtet

Ich weiss, dass dies ein heikles Thema ist und genau aus diesem Grund schreibe ich ein paar Worte dazu. Die Themen um Macht und Unterwerfung, gekoppelt an Sexualität werden kaum in einem umfassenden Kontext betrachtet. BDSM hat in der heutigen Gesellschaft einen enttabuisierten Stellenwert als weitere Spielart von Sex. SM-Sex wird öffentlich kaum besprochen. Doch sind die Macht- und Unterwerfungsdynamiken von BDSM einer Betrachtung wert, handelt es sich doch um mehr als simplen Lustgewinn.



BDSM ist die Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Sexualpräferenzen, die oft unschärfer auch als Sadomasochismus (kurz SM oder Sado-Maso) bezeichnet werden. Der Begriff umfasst eine Gruppe von sexuellen oder sexualisierten Verhaltensweisen, die unter anderem mit Dominanz und Unterwerfung, spielerischer Bestrafung sowie Lustschmerz oder Fesselspielen in Zusammenhang stehen. „BDSM“ ist ein mehrschichtiges Akronym, das aus den Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnungen „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“ gebildet wird. Der Begriff entstand zunächst in den 1990er Jahren in der Alltagskultur und wird inzwischen auch in der wissenschaftlichen Literatur verwendet. (entnommen aus Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/BDSM)



Das Gefühl von Trennung überwinden


Auszug aus meinem Buch, Kapitel 5 - Sexualität, Seite 102. Idealerweise liest du das ganze Buch, um die Zusammenhänge meiner Aussagen im grösseren Kontext zu verstehen.



Wie fühlst du dich gerade? Leicht oder belastet? Wie geht es deinem Körper? Erinnere dich an dein letztes sexuelles Erlebnis. Was hast du gefühlt? Was passierte in deinem Körper? Und was in deinem Geist? Fühltest du dich flirrend, abgehoben und berauscht oder gelangweilt, schwer, vielleicht erschöpft oder enttäuscht?


Positiver Sex und ein schöner Orgasmus geben uns das Gefühl von Schwerelosigkeit und einer unbeschreiblichen Vibration und Energie in unseren Zellen. Dies sind die wenigen Momente, wo sich der Mensch aus den Gesetzen der Dualität befreien kann.

Ausschlaggebend für diese Erfahrungen sind unsere Nerven und energetischen Leitbahnen. Das bedeutet, dass wir uns nicht einmal genital berühren müssten, um in Vibration und Energiefülle zu gelangen. Sogar wenn wir meditieren, kann eine Trance entstehen, die ausgelöst wird durch die Lebensenergie, die sich intensiv im Becken bündelt und sich strömend in unseren Energiezentren ausbreitet (siehe Kundalini-Energie). Und diese Momente sind essentiell für das körperliche und geistige Wohlbefinden, ob wir nun in einer Beziehung sind oder Single! Tantra zeigt auf, wie wir uns aus den Gesetzen der Dualität befreien oder zumindest für eine kleine Weile daraus aussteigen können und das auch ohne Sex. Die gute Nachricht: Es ist machbar und sogar einfach, du musst nur wissen, wie!


Ich gehe davon aus, dass sich die meisten Menschen einen tiefen und intensiven Orgasmus, das Erlebnis von Ekstase und das Gefühl von Verschmelzen wünschen. Sie möchten das unterschwellige Gefühl der Trennung wenigstens ab und zu überwinden. Die Idee des leidenschaftlichen Sex, bei dem man durch stereotype Handlungen gleichzeitig zum Höhepunkt kommt, wurde uns vor allem durch die Film- und Pornoindustrie vorgegaukelt. Was für ein Unsinn! Sicherlich sind diese Ausnahmesituationen für manche möglich, doch absolut nicht die Regel und schon gar nicht eine Vorgabe, wie sexuelle Interaktion sein sollte. Der aus der Spontanität entstehende leidenschaftliche Sex ist ein Mythos und verursacht ein dauerndes Gefühl der Unzulänglichkeit bei Frauen und fördert den „Machismo“ bei Männern. Wenn wir diese Art von stürmischem und „kopfwegblasendem“ Sex erleben, dann hauptsächlich während der Phase der Verliebtheit.


Die unzensierte Verbreitung von Pornografie über das Internet und die Beeinflussung der Menschen bereits im Kindes- und Jugendalter, stellt ein großes Problem dar. Vielfach verhindert Pornokonsum die Fähigkeit zur Entwicklung einer spielerischen und natürlichen Begegnung zwischen jungen Menschen und zementiert weiterhin die patriarchalische Idee der Interaktion von Mann und Frau. Sexuelle Dysfunktion betrifft mittlerweile 25% der jungen Männer und Frauen. Diese mechanische Herangehensweise an Sexualität blockiert den energetischen Fluss der Sexualkraft und reduziert ihn bis hin zu Erektionsstörungen und Verlust der Libido. Wir lernen nicht, uns aus Tiefenentspannung und Achtsamkeit heraus zu begegnen, sondern kopieren stereotypisches Verhalten, abgeschaut über Filme und Bilder. Wir müssen lernen, uns mit dem Körper auseinanderzusetzen in Verbindung mit dem Fühlen. Der Körper ist der Spiegel unserer Gefühle und Gedanken. Erektionsstörungen beispielsweise haben weniger eine physische Ursache, sondern meistens eine emotionale, psychische und energetische. Somit sollten wir lernen, nicht nur genitalgesteuert und zielfokussiert an eine sexuelle Interaktion heranzugehen, sondern die sexuelle Kraft zu verstehen, mit ihr zu sein und ihn ihr zu verweilen.


Es setzt Frauen unter Druck, wenn sie merken, dass der Mann förmlich darauf wartet, aufgegeilt zu werden. Sei es durch Dessous, Sexspielzeuge oder die Show, die Frauen abzuziehen geneigt sind, nur damit es bald vorbei ist. Wenn er sie beim Sex dauernd beobachtet und darum bemüht ist, dass beide gleichzeitig zum Orgasmus kommen, dann sind das nicht die Voraussetzungen um entspannen zu können. Frauen erleben Sex anders als Männer. Sie holen sich den Kick nicht vom Schauen und Aufgeilen an sexuellen Attributen, sondern über den energetischen Kontakt und über die Verbindung mit ihrer Schoßenergie. Davon ausgenommen sind erotische Rollenspiele, die sich in verschiedenen Machtdynamiken bewegen.


Ich möchte hier klar anfügen, dass das Thema um Sex und Beziehung individuell beleuchtet werden soll, weil vieles, was ich in diesem Kapitel beschreibe, auch in vertauschter Dynamik stattfinden kann. Wie zum Beispiel Frauen, die in der Sexualität männlich agieren und Männer, die viel mehr ihre weibliche Seite ausleben wollen, mit mehr Nähe, Langsamkeit und Genuss. Interessant in vielen Beziehungen ist, dass Vorlieben und Wünsche oftmals konträr zueinander stehen und wenn beim Paar keine Entwicklung stattfindet, werden Sexualität und Intimität irgendwann am Nullpunkt landen.


Fatalerweise haben sich Frauen daran gewöhnt, Sexobjekte zu sein. Das hat übrigens wenig mit Attraktivität zu tun, sondern mit Unterwerfung. Sie haben sich an die männliche Sexdynamik und im schlimmsten Fall auch an deren Dominanz angepasst. Sobald Frauen das tun, ist es vorbei mit authentischem Sex. Das bedeutet, dass viele Frauen verlernt haben, dem Rhythmus ihrer weiblichen Energie zu folgen oder ihn gar nie erst entdeckten. Sie haben sich dem männlichen Sex angepasst und dadurch ihre weibliche Identität verloren. Es sind oftmals subtile Dynamiken, die zwischen Paaren herrschen und immer auf unbewussten Glaubensmustern begründet sind.


Das gilt auch in Bezug auf Beziehungen und Rollenspiele in der BDSM-Szene, die mittlerweile als erweiterte sexuelle Spielarten in der Gesellschaft breit akzeptiert werden. Dominanz und Unterwerfung oder quälen und sich quälen lassen, werden in diesem Fall bewusst inszeniert und beruhen auf gegenseitigem Konsens. Jedoch bezweifle ich, dass manche Paare, die solche Spiele spielen, in denen es physisch und psychisch auch brutal zugehen kann, tatsächlich aus bewusstem, freiem Willen handeln. Seit den Studien und Behandlungsprotokollen des Kinesiologen und Forschers Dr. Treina kann das bezweifelt werden. In unserem Unterbewusstsein sind sämtliche Eindrücke, Vorstellungen, Wünsche, Handlungen und Erinnerungen gespeichert, die unser Denken und Handeln beeinflussen. Nach Dr. Sigmund Freud legt das Unterbewusstsein verdrängte Inhalte ab, die wir im Tagesbewusstsein zensieren würden.


Viele Handlungen, die wir rein schmerz- oder lustgesteuert ausführen, aber eigentlich nicht erklären können, warum wir sie tun, sind verdrängte Programme, negative Glaubenssätze und Traumata. Viele devote Frauen und Männer leiden oftmals unter ihren Zwängen, müssen die Situationen, in denen sie sich unterwerfen, jedoch immer wieder umsetzen. Es ist schwer, solchen Machtspielen zu widerstehen, denn sie sind gekoppelt an sexuellen Lustgewinn. Nicht nur die dominante Person besitzt in diesen Situationen Macht, auch die sich unterwerfende. Macht und Ohnmacht sind nah beinander und betreffen beide. Beide haben einen Vorteil an der Situation, sei er finanziell, sexuell, in Verbindung mit Sicherheit in der Beziehung oder rein energetisch. Die unbewussten Programme treiben Devote dazu, sich immer und immer wieder erniedrigen und je nach dem auch quälen zu lassen und Dominante, als ihnen Überlegene, diese Szenarien umzusetzen. Das Unterbewusstsein steuert vielfach unsere Wünsche, Vorlieben und Handlungen und die wirklichen Beweggründe sind uns selten klar. Vielen entgeht nicht, dass sie selbstbestrafenden, herabsetzenden oder selbstzerstörenden Verhaltensweisen nachgehen, doch sie können oftmals die tieferen Ursachen nicht erkennen. „Man lebe halt seine Vorlieben aus.“ heisst es oft. Selbstliebe und Selbstachtung wurden irgendwann in ihrer Geschichte reduziert oder vernichtet. „Etwas“ steuert sie und das können Bestrafungsmuster, Traumata und auch fremdenergetische Einflüsse, Besetzungen und uralte Programme sein.


Wir können uns noch so intensiv einreden, dass negative Programme Ausdruck unseres Selbst sind, weil wir nun mal Menschen sind. Das stimmt und stimmt auch nicht. Ein emotional gesunder Mensch, der mit seinem göttlichen Selbst in Kontakt ist, spiegelt sich nicht durch Selbsterniedrigung, Gewalt und Negativität. Das es passiert und niemand frei ist von egoistischen Handlungen ist nur menschlich, aber wir sollten das nicht so stehen lassen! Die heutige Zeit ist prädestiniert dazu, unseren „Keller“ aufzuräumen und von seinen emotionalen Leichen und all dem „energetischen Moder“ zu befreien.

Die Nacht ist dunkel, du kannst nichts sehen, sogar der Mond wirft Schatten und fahles Licht trübt deine Sinne. Entzünde ein Feuer, hol die Taschenlampe hervor, oder besser noch, schalte das Flutlicht ein und sieh, die Schatten sind auf einmal weg.


Um den gesamten Kontext zu verstehen, in das dieses Kapitel eingebettet ist, verweise ich auf mein Buch.

 

DAS FLOW-RETREAT im Juni 2023 in Locarno, führt dich in die Leichtigkeit des Seins!

Info und Anmeldung hier




3 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
bottom of page